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5. Februar 2012


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Aida

Musicals gibt es in Deutschland mittlerweile wie Sand am Meer. Aida scheint auf dem ersten Blick ein weiteres Sandkörnchen zu sein. Es geht um Liebe und um Macht in Ägypten zur Zeit der Pharaonen. Radames ist der Heerführer der ägyptischen Armeen und soll die Tochter des Pharaos heiraten. Er verliebt sich jedoch in die von ihm in Gefangenschaft gebrachte nubische Prinzessin Aida. Nur befindet sich Ägypten mit Nubien im Krieg. Und auch der König Nubiens, der kurze Zeit später gefangen genommen wird, möchte nicht, dass seine Tochter Radames heiratet. Aida und Radames stehen beide vor der Wahl zwischen Pflicht und Liebe. Sie wählen über Umwege letzteres und sterben - zumindest im damals. Denn umgeben ist das Stück von einer Rahmenhandlung in der Gegenwart. Die Liebe, ist sie zeitlos? Ist sie schrankenlos?

Das Ergebnis ist ein Happy End in der Gegenwart und eine Tragödie in der Vergangenheit. Was lernen wir für die Zukunft? Das man im Denken aus dem Hier und Jetzt entschwinden muss. So wie die Protagonisten es versäumt haben, die Zeit als einen Prozess zu sehen, so ergeben sich scheinbare Dilemma, die allerdings in der Zeitspanne durchaus lösbar sind. Vielleicht hätte daher ein Stratege Radames zunächst sich zum Pharao küren lassen und dann Frieden über Ägypten und Nubien bringen können.

Die Lichteffekte sind grandios und zeugen von innovativer Ideen. Und auch das Bühnenbild bzw. der Bühnenfilm, denn die Bühne befindet sich in dauernder Bewegung, ist großartig gestaltet.

Bei der Geschichte hakt es. Eine der ältesten überlieferten Liebesgeschichten ist eben schon zum großen Teil abgekaut. Ein Gaumenschmaus ist es da nicht mehr. Und auch der Versuch keckige Szenen zu integrieren wirkt ein wenig gekünstelt - denn auch das Verhältnis von Mann und Frau in unserer Gesellschaft wurde gerade in den vergangenen Jahren en masse thematisiert. 

Was bleibt ist eine effektvolle Show mit genialem Bühnenbild und Lichteffekten, die einem Staunen lassen. Doch neue Mittel erzählen eine alte Story, zu der es noch keine wahrhaft befriedigende Lösung gibt. So wird diese Thematik wie in der Vergangenheit und Gegenwart auch in der Zukunft sich immer wieder finden. Sie wird Menschen beschäftigen und Denkanstöße geben - gerade in ihrer Simplizität und Zeitlosigkeit. Und sie wird Zuschauer wünschen lassen, dass "in der zögernden Weile einiges Haltbares sei".

 

Aida wird im Deutschen Theater in München noch bis zum 27. Mai 2007 gezeigt.

Ali Aslan Gümüsay  |  14.04.2007

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