Christoph Krakowiak, Regisseur von The Matrix Reloaded Again:
"The Matrix Reloaded Again" versteht sich als Hommage an die Wachowski-Brüder, die mit ihren Matrix-Filmen und all dem Merchandise drum herum das Kino und seine
Vermarktung revolutioniert und so viele Jahre unserer Jugend geprägt haben. Dabei war es uns von Anfang an klar, dass diese Hommage eine Parodie sein muss. Denn die Matrix ist einfach "Kult" geworden (man denke nur an den Sonnenbrillen-Hype 2003) und gerade deswegen bietet es sich an, ihre berühmtesten Szenen, Dialoge und Styles durch den Kakao zu ziehen.
Dabei haben wir versucht, nicht einfach nur den Film nachzustellen und mit ein Paar billigen Witzen und Slow-Motion-Effekten zu garnieren. Anstatt ein eigenes Matrix-Universum als billige Kopie des Originals zu erschaffen wollten wir an die Filme anknüpfen - die Handlung von "The Matrix Reloaded Again" spielt drei Jahre nach "The Matrix Revolutions" - und es um neue Orte und Charaktere bereichern.
Diese sind natürlich einer skurriler als der andere und nehmen ihre Original-Vorbilder ziemlich schamlos auf die Schippe: Unser "Auserwählter 2. Wahl", Thomas Anderton alias Neon zeigt uns, wie man auch als Trottel die Welt retten kann, während sein Erzfeind Agent Chris seine Freude an fiesen Tricks und Gemeinheiten schamlos auslebt. Der Kung-Fu-Meister Napster (na, wer durchschaut das Wortspiel?) ist eine eigenartige Mischung aus der Coolness in Person und einem Showmaster, derweil sich Trinity's Schwester als furchtlose Kämpferin in dieser Männerwelt noch einen letzten Rest an Vernunft bewahrt zu haben scheint. Oder etwa doch nicht?
Wir haben auch besonderen Wert auf die Dialoge gelegt. Wer aufmerksam zuhört, dürfte viele verdrehte Matrix-Zitate entdecken - und den einen oder anderen Seitenhieb gegen unsere großen Vorbilder, die Wachowskis (das muss auch mal sein). Aber vor allem sollen natürlich die "hochdramatischen" Momente ihrer Filme parodiert werden. Dabei wollten wir ihnen ihre Dramatik nicht nehmen, sondern eine etwas andere verleihen; eine bei der man darüber lacht, dass sie so dramatisch dargestellt werden.
Besonderen Wert haben wir dabei auf die Qualität der Aufnahme, d.h. auf
Kameraführung, die Choreographie und eine möglichst passende "Optik" des Filmes gelegt. Einerseits wollten wir dadurch die jeweilige Atmosphäre einer Szene einfangen, andererseits aber natürlich auch - wie es sich für eine Parodie gehört - den berühmten "Matrix-Style" durch den Kakao ziehen. Und entgegen meiner anfänglichen Skepsis angesichts großer technischer Probleme, vor denen wir Amateure standen, ist uns das sogar ziemlich gut gelungen!
Ich weiß, es gibt inzwischen viele deutsche und internationale Matrix-Verarschungen; wir sind beileibe nicht die ersten. Aber wir hoffen, in den nunmehr fast zwei Jahren, die wir jetzt schon an "The Matrix Reloaded Again" arbeiten, etwas Neues, so noch nie da gewesenes geliefert zu haben. Eine Parodie, die die Fans der kultigen Matrix-Filme so noch nicht gesehen haben. Eine, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Ali Aslan Gümüsay | 20.12.2005