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7. September 2010


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Exkursion zur Kokerei Prosper


Mit dem Physik-LK am Herbartgymnasium unternahmen wir, 10 Schüler und Schülerinnen, eine Exkursion ins Ruhrgebiet. Dabei besichtigten wir beginnend mit einer Zeche und endend mit einem Stahlerzeugungsbetrieb alle vier Stationen der Stahlgewinnung. Dazu gehörte natürlich auch eine Kokerei - in unserem Fall die Kokerei Prosper.

Dort wurde uns nach einem herzlichen Empfang zunächst bei Kaffee und Keksen die Firma vorgestellt und anschließend die Produktionsschritte bei der Koksgewinnung in der Theorie erklärt. So produzieren die rund 400 Mitarbeiter im Jahr 2 Millionen Tonnen Koks um damit an die 300 Millionen Euro Umsatz zu erwirtschaften.

Damit aber die Theorie nicht all zu langweilig wurde, ging es direkt weiter zur Praxis bzw. zur eigentlichen Besichtigung. Dies aber nicht bevor wir uns mannsgroße, weiße Schutzkittel angezogen und Atemschutzmasken für den Notfall genommen hatten.

Mit diesen bestückt durften wir uns dem Koloss, der sich uns gegenüber erhob, zuwenden. Entlang von dicken, unendlich langen Rohrsystemen führte uns der Weg vorerst in Richtung der Koksöfen und hinauf auf eine der überdimensionalen Maschinen, mit Hilfe derer die Öfen geleert werden. Von hier aus sah man erst die gewaltige Menge an Öfen. So waren insgesamt 146 Koksöfen in 3 Batterien nebeneinander aufgebaut. In jeder dieser wurden nacheinander maschinell von oben Kohlen eingeführt und unter Luftabschluss bis auf 1100°C erhitzt. Und das auf einen Zeitraum von fast 25 Stunden. Hiernach kam die Maschine in Einsatz, auf der wir uns momentan befanden. Quietschend und ratternd öffnete sie mechanisch die Tür des Ofens. Die entstandene, ca. 7m hohe und 60cm breite Öffnung befand sich gerade einmal 3-4 Meter vor uns, sodass uns zwar eine gewaltige Hitze entgegenschlug, aber wir auch einen Blick in den ca. 17m tiefen Ofen werfen konnten. Die Maschine schob die entstandenen, noch hellgelb-glühenden Stoffe, unter ihnen das gewünschte Koks, durch den Ofen hindurch und auf der anderen Seite einer dort bereits wartenden Maschine entgegen.

Wie für das Koks ging es auch für uns weiter, und zwar dorthin, wo die ca. 7500 Tonnen Kohle täglich in die Öfen gefüllt werden: auf die Öfen hinauf. Nun machte es sich für die bezahlt, die sich Schuhe mit dicken Sohlen angezogen hatten, und so im Gegensatz zu manch anderen auch nach ein paar Sekunden stehen kühle Füße behielten. Nach noch einem kurzen Rundumblick über das Ruhrgebiet, der sich hier ein jedem anbot, ging es weiter über schier endlos verdreckte Treppen auf die andere Seite der Ofenbatterie.

Hier dockte gerade die diesseitige Maschine an. In ihrer Mächtigkeit hinkte diese ihrer Schwester auf der anderen Seite in keinster Weise nach. Sie nahm gerade den entstandenen Koks aus dem Ofen in Empfang und leitete ihn bei ohrenbetäubendem Lärm weiter in eine Art überdimensionierten Waggon, um ihn zum Abkühlturm fahren zu lassen.

Kurz nachdem der Waggon an uns vorbeidüste, um uns seine noch hoch erhitzte, teilweise brennende Ladung zu zeigen, sahen wir nach einem lauten Zischen nur noch, wie Wasserdampf den Turm scheinbar in sich verschlingt.

Für den Koks ging der Weg nun weiter zum Sieben und abschließendem Verladen, um seinen Weg zu den Hochöfen der Hüttenwerke anzutreten. Für uns dahingegen hieß es nach einem kurzen Blick in die Schaltzentrale Abschied nehmen von der Kokerei, dessen Energieverbrauch an einem Tag genauso groß ist, wie der eines Vierpersonenhaushaltes in 100 Jahren.

Keno Schesna  |  02.02.2006


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