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5. Februar 2012


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Spionage, Datenklau und Angriff auf die Privatsphäre

Mit dem Ende des Kalten Krieges scheint auch die große Zeit der Agenten und Spione zu Ende gegangen zu sein. In Kinos sind zwar Filme wie James Bond noch immer Kassenschlager, doch scheint sich das Aufgabenfeld vom Beschatten des verhassten Klassenfeinds hinter dem "Iron Curtain" hin zu Aufgaben wie aktuell der Terrorbekämpfung verlagert zu haben. Mehr oder minder erfolgreich, wie die Reihe von Anschlägen vom Bombenangriff auf das World Trade Centre (1993) oder auf die US-Botschaften (1998) bis zum "aktuellen" Anschlag auf das WTC vermuten lässt. Die vielen kleineren Zwischenfälle wie das Selbstmordkommando auf die "USS Colen" fallen da schon fast nicht ins Gewicht.

In der Tat hat sich das Aufgabenfeld in der letzten Dekade jedoch deutlich verschoben. Betrachten wir den amerikanischen CIA oder NSA, so waren deren Aufgaben bis 1989 deutlich "nach Osten" gerichtet, riesige Abhörstationen auch im bayerischen Bad Aibling zeugen noch heute vom technischen Aufwand, der betrieben wurde. Große Teile des amerikanischen Haushalts wanderten nicht nur in die direkte militärischen Verteidigung, auch die "Nachrichten"-Dienste konnten sich über zu geringe finanzielle Zuwendungen wohl kaum beklagen. Allein die Zentrale der NSA in Fort Mead beschäftigt gut 40.000 Mitarbeiter, ein hochgeheimer Komplex, absolutes Sperrgebiet auf höchster Sicherheitsstufe.
Zunächst jedoch war dieses neuartige Themenfeld gar nicht so offensichtlich. Das Beschäftigungsvakuum nötigte die amerikanischen Geheimdienste - und von denen zu sprechen lohnt es sich allein ihrer Größe wegen am meisten - dazu, neue Aufgaben zu finden, die ihren enormen Etat rechtfertigen könnten.
So oder so ähnlich muss man sich wohl den kräftigen Schwung hin zur blanken Wirtschaftsspionage erklären, der sich zu Beginn der 90er auch gegen Europa bildete. Die dazu nötige Infrastruktur war ja gegeben. Überall waren Abhörstationen an der ehemaligen Grenze zum Osten gebaut, deren Antennen mühelos im Gastgeberland gegen selbiges gedreht werden konnten.

Geboren war, was erst verleugnet und klein geredet, vor einigen Jahren aber im Prinzip zugestanden werden musste - Echelon!
Dieses Großprojekt der Staaten Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland und natürlich federführend der USA dient noch heute der gezielten Wirtschaftsspionage auch gegen verbündete Nationen in der EU. Man kann sich das wohl so vorstellen, dass dabei nicht Firmen direkt, sondern die beteiligten Regierungen intern bei Vertragsverhandlungen beeinflusst werden, Geschäfte womöglich doch lieber mit den Amis zu machen, weil sich deren Angebot urplötzlich doch anders gestalten konnte...
Die EU hat ihrerseits seit einiger Zeit Ausschüsse damit beauftragt, das Ausmaß und vor allem Beweise dafür zu finden. Behauptet werden kann vieles, gewusst werden auch, doch natürlich bestehen die USA darauf, niemals derartige interne Forderungen zu bedienen. Auch ein Kontrollteam des deutschen Nachrichtendienstes und CIA-Partners BND in der Großlauschanlage in Bad Aibling hatte wenig zu Tage gefördert. Offiziell haben solche Anlagen nicht nur exterritorialen Charakter, sie gelten - ähnlich wie Botschaften auch - als amerikanisches und militärisches Sperrgebiet. Dort haben nur die Amerikaner zu bestimmen, wer was wie sieht. Sonderlich auskunftsfreudig waren sie wohl nicht.
Also wird von dort und anderen Orten aus munter weiter gelauscht. So ziemlich alles, was mit elektronischer Kommunikation zu tun hat, kann abgegriffen und durch ein digitales Raster gezerrt werden, am besten geht das, wenn das Medium Internet heißt. Auf Schlüsselwörter wird lange nicht mehr alleine gescannt, zu oft haben wohl Scherzkekse in aller Welt ihren Emails Abschlussgrüße wie "bomb, kill, destroy, bill clinton, murderer, terrorist, attack, nuclear waste, toxic, vx, dioxin, iraq" und Co. angehängt. Die Raster sind mit Hilfe exorbitant großer Supercomputer mit unfassbaren Rechenkapazitäten komplizierter geworden. Z. B. Sprache, gerne auch Handytelefonate, können durchsucht werden. Doch was genau läuft - klar -, das weiß man nicht.

Hier geht es zum zweiten Teil des Hintergrundberichts

 |  18.05.2002

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